Corporate Responsibility

Nachhaltigkeit macht Sinn.

Nur soviel Holz einschlagen,
wie wieder nachwachsen kann.

Hans Carl von Carlowitz (1645–1714)

Corporate Responsibility für KMU

Nachhaltiges Wirtschaften bedeutet kurz gesagt, auf Unternehmerseite nichts zu tun, was das Leben dieser und nachfolgender Generationen beeinträchtigt. Das Prinzip ist nicht neu, schon 1713 forderte Hans Carl von Carlowitz in der Forstwirtschaft, nur soviel Holz einzuschlagen, wie durch Wiederaufforstung nachwachsen kann.

Mittelständler sind in der Regel nicht berichtspflichtig, daher fehlt der Druck von außen, sich mit dem Thema zu befassen. Doch ein Perspektivwechsel hin zu nachhaltigem Vorgehen bietet gerade KMU große Chancen. Wir wissen heute, dass bei rund 70 % der Kaufentscheidungen Nachhaltigkeit eine Rolle spielt – das heißt, die Verbraucher haben sich bereits für dieses Thema entschieden.

Nicht berichtspflichtige Unternehmen

Gerade auch für nicht kapitalmarktorientierte Unternehmen, die nicht per Gesetz verpflichtet sind zum Nachhaltigkeitsreporting, lohnt sich die Beschäftigung mit den Prinzipien der Nachhaltigkeit. Denn andere tun es bereits und verschaffen sich damit Vorteile. Experten sind sich einig: Nachhaltigkeit hat wie Digitalisierung eine zentrale Bedeutung für die Zukunftssicherung von Unternehmen. Beispiele dafür gibt es genug und es werden immer mehr. Von Unternehmen, die sich bereits auf den Weg gemacht haben, den wachsenden öko-sozialen Herausforderungen zu begegnen. Und die damit  künftig „das Rennen machen“ werden. Zunächst gilt es daher, das Grundverständnis für die Prinzipien der Nachhaltigkeit und deren Bedeutung für Unternehmen kennenzulernen. Neben der Erfüllung des Gesetzes kann das Thema noch viel mehr: Lassen Sie es zum Werttreiber für Ihr Unternehmen werden. Finden Sie die Ansatzpunkte, die relevant sind, damit ihr Geschäftsmodell auch in Zukunft Erfolg hat.

Berichtspflichtige Unternehmen

Die Anforderungen des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes sind für Unternehmen, die sich bislang nicht mit Nachhaltigkeitsberichterstattung befasst haben, schwer zu greifen. Für ein solides Reporting sind Schritte wie eine Wesentlichkeitsanalyse, die Einbeziehung von Stakeholdern, die Schaffung interner Prozesse und Abstimmungen ausschlaggebend. Das Gesetz fordert die Darstellung von Konzepten. Und die Berichterstattung lebt davon, Entwicklung aufzuzeigen. Insofern sollte sie durch die Schaffung eines mehrjährigen Nachhaltigkeitsprogrammes flankiert werden.

Internationale Abkommen

Auf dem UN-Gipfel in New York hat sich die Weltgemeinschaft im September 2015 auf 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung geeinigt, die Sustainable Development Goals. Mit ihren 169 Unterzielen sind sie das Kernstück der Agenda 2030. Deutschland hat als eines der ersten Länder ihre Umsetzung beschlossen. Auf der Pariser Klimaschutzkonferenz haben sich im Dezember 2015 195 Staaten darauf verständigt, die Erderwärmung durch Emissionsreduktion auf unter 2° gegenüber vorindustriellen Werten zu senken.

Die EU und Nachhaltigkeit

Der Gedanke der Nachhaltigkeit ist aktueller denn je. Angesichts der wachsenden globalen Herausforderungen hat die Europäische Union die juristischen Zügel angezogen und ihre Richtlinie 2014/95/EU „zur Angabe nichtfinanzieller und die Diversität betreffender Informationen“ erlassen. Alle Mitgliedstaaten hatten diese in nationales Recht umzusetzen mit dem Ziel, die Wirtschaft über Transparenz zu mehr Nachhaltigkeitsleistungen zu bewegen. 

In Deutschland ist das „Gesetz zur Umsetzung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten“ (CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz, kurz: RUG) am 19. April 2017 in Kraft getreten. Seitdem sind kapitalmarktorientierte Unternehmen ab 500 Mitarbeitern verpflichtet, über ihre sogenannten „nichtfinanziellen Leistungen“ zu berichten. Das kann im Lagebericht integriert oder separat erfolgen.

Hier finden Sie weiterführende Links und Dokumente zum nachhaltigen Wirtschaften und zum CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz:

CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetz

Leitlinien der EU zur Umsetzung

Studie zur Umsetzung der Berichtspflicht

Partner

Nachhaltigkeit ist Werttreiber.

Jedes Unternehmen sollte schon aus Eigennutz die Aspekte der Nachhaltigkeit unter die Lupe nehmen – sie könnten für das weitere Bestehen der Unternehmung entscheidend sein.

Corporate Responsibility Partner – unsere Überzeugung

Isabell Sprenger

Corporate Responsibility Partner ist 2018 von Isabell Sprenger zur Beratung von kleinen und mittleren Unternehmen für Fragen rund um Nachhaltigkeitsmanagement und –reporting gegründet worden. Projektbezogen werden Trainings und workshops mit versierten Trainern unserer Partnerbüros durchgeführt.

Isabell Sprenger kommt von der Unternehmensseite in die Beratung: seit 2015 hat sie den Bereich Corporate Responsibility bei der Südwestbank in Stuttgart aufgebaut sowie deren Unternehmenskommunikation geleitet. Sie bringt Erfahrung in der Einbindung von Stakeholdern in Unternehmensentwicklungsprozesse und der Moderation von Beteiligungsprozessen mit. Sie ist erfahren im Nachhaltigkeitsreporting nach Berichtsstandards und als separater Bericht.

Isabell Sprenger unterrichtet an den Hochschulen Macromedia, Biberach und Nürtingen-Geislingen zu den Themen Nachhaltigkeit und Corporate-Responsibility.

Gut vernetzt in Foren, Konferenzen und eingebunden als Mitglied beim Arbeitskreis Nachhaltigkeit des Bankenverbandes stand und steht sie im Dialog mit Nachhaltigkeitsverantwortlichen und kennt die sich ändernden Anforderungen auf Unternehmensseite.

Abschluss als „Corporate Responsibility-Manager“ der Universität Bayreuth.

Partner


Rüdiger Röhrig ist Managing Partner von Sustainable Growth Associates GmbH (SGA), einer zertifizierten Benefit Corporation (B Corp). Er blickt auf 30 Jahre Erfahrung in Branchen wie Luftfahrt, Automotive, Maschinenbau, erneuerbare Energien, sowie als Berater bei Roland Berger zurück.

Sustainable Growth Associates GmbH

Certified B Corporation

SGA führt zudem die Geschäfte von „The Natural Step Deutschland“ (TNS), einer weltweit operierendem non-profit Organisation mit Büros in 11 Ländern. Auf Grundlage des wissenschaftlich basierten, systemischen Denkens von TNS verfolgt SGA einen ganzheitlichen Ansatz in der Strategie-, Organisations- und Personalentwicklung, um Unternehmen zu unterstützen, fit für die Zukunft zu werden.

The Natural Step Deutschland

Leistungen

Nachhaltigkeit setzt Innovationen frei.

Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.

Albert Einstein (1879–1955)

Besprechung

Unser Leistungsangebot

NACHHALTIGKEITSMANAGEMENT
  • Einführungsworkshop »Nachhaltigkeit zahlt sich aus«
  • Weiterführender Workshop „Umsetzungpraxis im Unternehmen“
  • Beratung und Umsetzung Nachhaltigkeitsprogramm
  • Beratung und Umsetzung Nachhaltigkeitskommunikation
REPORTING
  • Beratung zu Berichtsform und –inhalten
  • Umsetzung Ihres Reportings
  • Wesentlichkeitsanalyse
  • Stakeholder-Dialog
VORTRAGSTÄTIGKEIT
  • Keynotes, Seminare, Inhouse-Workshops und Moderationen

Wir unterstützen Sie dabei.

Diese Fragen könnten der Ausgangspunkt für eine Beratung sein:
  • Was sind die Prinzipien der Nachhaltigkeit ?
  • Was versteht man unter Nachhaltigkeitsmanagement?
  • Wie kann es unserem Unternehmen Nutzen bringen?
  • Wie kann unser individuelles Nachhaltigkeitsprogramm aussehen?
  • Kann das Thema bei unseren Kunden punkten?
  • Kann man mit Corporate Responsibility Erträge generieren?
  • Wie wird ein Reporting-Prozess aufgesetzt?

Seminare

Seminarreihe „Erfolg durch Nachhaltigkeit“

Zusammen mit Sustainable Growth Associates

Zwei Seminartage, um Ihrem Unternehmen die Vorteile von Nachhaltigkeit zu sichern

Referentin Dr. Isabell Sprenger

Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit hat eine zentrale Bedeutung für die Zukunftssicherung von Unternehmen – und wird immer noch unterschätzt. Angesichts wachsender öko-sozialer Herausforderungen rückt das Thema jedoch täglich näher an die unternehmerische Praxis:

  • Gesetze und Auflagen schränken Ressourcennutzung ein
  • Kunden erwarten einen fairen, transparenten Umgang und einen nachhaltigen Nutzen von Produkten
  • Banken werden vorsichtig in der Finanzierung von klimaschädlichen Projekten
  • Die Öffentlichkeit ist sensibilisiert, Skandale häufen sich.

Dem gegenüber steht ein ganzer Fächer an Vorteilen, die sich aus nachhaltigem Wirtschaften für das Unternehmen sichern lassen:

  • es setzt Innovationen frei
  • erschließt neue Kunden und Märkte
  • schafft Wettbewerbsvorteile
  • stärkt das Image
  • bindet und motiviert Mitarbeiter und erleichtert die Fachkräftesuche
  • macht das Unternehmen zukunftssicher und erfolgreich

Am ersten Seminartag lernen die Teilnehmer die wissenschaftlichen Prinzipien der Nachhaltigkeit kennen und verstehen. Aufbauend darauf werden die Chancen und Möglichkeiten nachhaltigen Wirtschaftens vorgestellt und erörtert. Die Teilnehmer lernen anwenderfreundliche Methoden kennen, um die für ihr Unternehmen relevanten Ansatzpunkte für eine Transformation hin zu Nachhaltigkeit zu ermitteln. Das Seminar gibt einen Ausblick auf die nötigen Schritte zur Implementierung eines erfolgreichen Nachhaltigkeitsmanagements.

Mit dem zweiten Seminartag lernen die Teilnehmer alles, was sie zur Umsetzungspraxis im Unternehmen brauchen: sie entwickeln ein Zukunftsbild vom nachhaltigen Nutzen ihres Geschäftsmodells und erfahren, welche planerischen Schritte erforderlich sind, um sich unter Einbeziehung ihrer Stakeholder strategische Ziele für eine nachhaltige Zukunft zu setzen und diese in eine Roadmap zu überführen. Anhand von Beispielen aus der unternehmerischen Praxis erfahren sie, welche Erfolgsfaktoren zum Gelingen der Umsetzung maßgeblich beitragen.

Die Trainingstage werden abwechslungsreich und interaktiv sein, der Austausch in der Gruppe auf Augenhöhe ist ein zentrales Element.

Das Seminar richtet sich an Entscheider und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und NGO’s.

Sie nehmen mit:

Zusätzlich zu umfassenden Informationen und Praxisübungen erhalten Sie Zugang zu einem Netzwerk von Experten, Persönlichkeiten und Entscheidern. Sie werden damit Mitglied im stetig wachsenden Netzwerk von Sustainable Growth Associates & Corporate Responsibility Partner.

Teilnehmerstimmen zum Seminar 2018:

Das Training hat enorme Praxisrelevanz. Die Methodik ist logisch und hat das Potenzial, in Unternehmen viel zu bewegen und die Position im Wettbewerb deutlich zu verbessern. Die Tools sind international anwendbar, das haben die Übungen und die Insights in die Projekte am zweiten Tag gezeigt.“ Ralf Coenen, Interim Manager, taskforce und Dachgesellschaft Deutsches Interim Management e.V. (DDIM).

Das Seminar hat mich tief beeindruckt. Eine bessere Kombination aus spannenden Themen, inspirierender Moderation und wirklich neuen Informationen, die man sowohl in den Beruf als auch ins private Leben integrieren kann, habe ich bisher in einer solchen Veranstaltung noch nie erlebt.“ Michael W., CEO eines Hightech-Unternehmens.

„Jeder Tag, an dem ich Neues lerne, ist ein guter Tag. Das haben die Moderatoren an beiden Tagen mehr als erfüllt. Das Training öffnet eine völlig neue, aber extrem wichtige Perspektive der zukünftigen Führungsverantwortung. Die Inhalte sind ein Muss für jeden Entscheider, der nachhaltig wirtschaften will.“ Horst Geiger, Interim Manager, GeiCon Gremien-Mandate, Coaching, Interim-Management.

Die Themenkompetenz der beiden Moderatoren, der Inhalt wie auch die Struktur des Events sind überzeugend, ja sogar mitreißend. Das Seminar hilft, das eigene Bewusstsein zu erweitern, um dann strukturiert und systemorientiert unter Berücksichtigung von ökologischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Gesichtspunkten an einer nachhaltigen Entwicklung in Unternehmen zu arbeiten. Eine absolute Bereicherung.“ Daniel Goebel, Vertriebsleiter EMEA in einem internationalen Technologie-Unternehmen.

TERMIN UND ORT

Montag, 18. und Dienstag, 19. März 2019
Tagungszentrum Hohenheim bei Stuttgart

Das Seminar findet in einem sehr freundlichen, einladenden Seminarraum mit Zugang zu den Außenbereichen statt. Parkmöglichkeiten sind ausreichend vorhanden. Die Anfahrtsbeschreibung erhalten Sie bei Buchung. Die Location ist auch sehr gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

REFERENTEN

Dr. Isabell Sprenger, Rüdiger Röhrig, Roland Ehry

Zusätzliche Referenten
Rüdiger Röhrig (links). Roland Ehry (rechts).
PREISE

Die Kosten für Seminarbesuch inklusive Kaffeepausen, Obst, Mittagessen und Seminarunterlagen betragen 1420,- € (ohne MwSt.). Für NGO’s, den öffentlichen Sektor und Studenten bieten wir vergünstigte Teilnahmegebühren.

Für Teilnehmer, die vor Ort übernachten möchten, ist ein Zimmerkontingent zum vergünstigten Preis von 79,- € (EZ) im Tagungszentrum reserviert.

ANMELDUNG

Anmeldungen bitte über Xing: https://www.xing.com/events/2045717
Sie erhalten dann alle weiteren Informationen.

Publikationen

CSR und Geschäftsprozesse

Podcast „Kaizen 2 go“, 25. Februar 2019

Götz Müller, Experte für Prozessoptimierung und Consultant, hat Isabell Sprenger zur Bedeutung von Nachhaltigkeit und Wirkung für Unternehmen befragt.

Dauer des Podcast: 27 Minuten


Kaizen 2 go – der Podcast für Lean-Inte­res­sierte

Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor für Unternehmen

Interview Börse Frankfurt, aufgenommen am 13. Februar 2019 in Frankfurt

Andreas Franik, bekannt als Moderator bei ntv, hat für FinanceNewsTV ein Interview mit Isabell Sprenger auf der Börse in Frankfurt geführt. Die Fragen drehen sich um die Bedeutung von Nachhaltigkeit für Wirtschaft und Gesellschaft und die Wirkungsweisen auf den Finanzmarkt.

Im Einklang mit der Zukunft

Gespräch mit Antje von Dewitz, Vaude – veröffentlicht in der „Wirtschaft in Baden-Württemberg“ im September 2018

Nach landläufiger Meinung geht nachhaltige Unternehmensführung nicht mit wirtschaftlichem Erfolg zusammen. Das Outdoor-Unternehmen Vaude aus Tettnang ist ein Beispiel dafür, dass Unternehmen gerade im Einklang mit Mensch und Natur im harten Verdrängungswettbewerb am besten bestehen. Isabell Sprenger hat dazu ein Gespräch mit Antje von Dewitz, der Geschäftsführerin von Vaude geführt.

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Immer noch gilt Nachhaltigkeit als ein vorwiegend moralischer Aspekt der Unternehmensführung. Verantwortliches Handeln ist zwar anerkannt wichtig, aber es hält sich die Ansicht, das sei ein Luxus, den man sich leisten können muss. Neu­erdings sind kapitalmarktorientierte Unternehmen ab 500 Mitarbeitern verpflichtet, über ihre sogenannten nichtfinanziellen Leistungen jährlich zu berichten.

Damit ist der Nachweis von nachhaltiger Unternehmensführung  zu einer weiteren Compliance-Anforderung geworden. Die Berichtspflicht betrifft derzeit jedoch nur große Aktiengesellschaften sowie Banken und Versicherungen. Doch gerade Mittelständler, die das Gesetz bisher ausnimmt, werden häufig zu wenig aufmerksam auf die Gefahren und vor allem auch auf die Chancen, die sich aus wachsenden globalen Herausforderungen ergeben. Experten sind sich einig: Die Beachtung der Prinzipien der Nachhaltigkeit in der Wertschöpfungskette zählt neben der Digitalisierung zu den Erfolgsfaktoren für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Und sie rechnet sich. Längst gibt es Beispiele von Firmen, die anstelle eines „Weiter-so“ ihre Lieferkette und ihre Produkte unter die Lupe genommen und neue, erfolgreiche Lösungen gefunden haben.

So wie der Wanderausstatter Vaude aus Tettnang, der sich im hart umkämpften Outdoor-Markt erstaunlich gut behauptet: „Wir haben uns dazu entschieden, das Thema komplett ins unternehmerische Tun und den Arbeitsalltag zu verankern. Weil wir die Hoffnung hatten, dass wir daraus intern Kraft schöpfen werden – und unsere Marke das nach außen strahlt und damit ein Weg gefunden ist, der sich auch wirtschaftlich lohnt“, so Antje von Dewitz, Geschäftsführerin von Vaude.

Das Konzept ging auf, Vaude wuchs trotz harten Verdrängungswettbewerbs in den vergangenen Jahren umsatzmäßig über Durchschnitt. Kaufentscheidungen werden heute zu rund 70 Prozent davon beeinflusst, wie fair und nachhaltig ein Produkt ist. Gilt ein Unternehmen als authentisch und vertrauenswürdig, spielt das für Verbraucher eine Rolle: „Die Kunden von heute sind sich bewusst, dass sie über ihren Konsum Einfluss nehmen, entweder in eine gute oder schlechte Richtung. Das Interesse daran wächst immer stärker“, meint Antje von Dewitz. Neben Funktionalität, Modefaktor und Preis sieht sie die nachhaltige Herstellung ihrer Produkte im Reigen der Verkaufsargumente auf gleichwertiger Ebene.

Bei all der Komplexität des Themas Nachhaltigkeit gibt es einige Grund­prinzipien, die als Richtschnur für nachhaltige Unternehmen dienen – beispielsweise nachwachsende Rohstoffe anstelle von fossilen Energieträgern zu verwenden. Strom etwa sollte aus erneuerbaren Quellen stammen. Schwieriger wird es, die wegen ihrer technischen Eigenschaften wie Formbarkeit und Bruchfestigkeit vielfach eingesetzten Kunststoffe zu ersetzen.
Sie basieren auf Erdöl und sind durch die gewaltigen Müllmengen, die sie hinterlassen, und den Abrieb von Mikroplastik kritisch zu sehen. Vaude hat für dieses Problem erste Lösungen und fertigt Reißverschlüsse, Rucksäcke und Schnallen aus Kunststoff auf der Basis von Rizinusöl. Die Pflanze wächst auf kargem Boden, der landwirtschaftlich nicht nutzbar wäre. Auch mit dem Abrieb von Mikroplastik wollte sich das Tettnanger Unternehmen nicht mehr abfinden und hat mit Kooperationspartnern einen Stoff auf der Basis von Holzfasern entwickelt, dessen Fasern biologisch abbaubar sind. Derartige Umstellungen erfolgen meist nicht über Nacht. Für eine nachhaltige Unternehmensführung braucht man die Überzeugung, dass dies der richtige Weg in die Zukunft ist. Und den Mut für erste Schritte.

Nachhaltigkeit macht aber auch aus wirtschaftlicher Sicht Sinn: Ressourcen werden teurer, Gesetze und Auflagen schränken ihre Nutzung ein. Banken werden bald schon Kriterien der Nachhaltigkeit in Kreditanträgen berücksichtigen.

Innovationsprojekte für alternative Lösungen werden Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen und zum Teil sogar gefördert. Bei Vaude hat sich geradezu ein Innovationsklima etabliert: „Wir sind ständig dabei, neue Lösungen zu suchen. Das heißt, Nachhaltigkeit ist für uns zu einem Innovationstreiber geworden. Wir haben eine Kultur des sich immer wieder neu Ausrichtens. Das macht ein Unternehmen unglaublich zukunftsfähig“, so Antje von Dewitz. Dass sie kaum Probleme hat, Fachkräfte zu finden, versteht sich fast von selbst: „Was wir bieten, ist Arbeiten mit Sinn. Diese Haltung setzt intern besondere Motivation und Energien frei.“

Wer sich also heute aufmacht, künftig saubere, nicht natur- und klimaschädliche Produkte anzubieten und die Achtung von sozialen Aspekten im Blick hat, der braucht morgen weder Gesetze, Steuern, den Ärger seiner Stakeholder noch die Konkurrenz zu fürchten.